Flüchtlinge und wie wir helfen können

Heute auch von mir ein Beitrag zu dem Thema Flüchtlinge.

Ich beschäftige mich schon seit einer ganzen Weile mit dem Thema. Nicht ohne Grund hat unser Sommerkind vor über einem Jahr einen zur akuten Not passenden Taufspruch erhalten:

Tue deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.

 Vor drei Tagen sind nun auch in unserer Kleinstadt Flüchtlinge angekommen. Die Meldung gab es den Abend zuvor, morgens kurz nach fünf trafen die Busse ein und die 246 Menschen wurden provisorisch in der (noch genutzten) Kaserne untergebracht. Eine Mauer wurde eingerissen, um einen separaten, überwachten Eingang zu schaffen.

Die Hilfsbereitschaft war direkt groß, viele Ehrenamtliche helfen und es gingen unendlich viele Sachspenden ein.

Neben vielen Männern sind es 1/3 Frauen und mehrere Kinder, das Jüngste gerade fünf Tage alt und auf der Flucht geboren.

 

 Heute nun, nachdem sich alles etwas gesetzt hat, trauen sich die Leute auch aus dem Lager. Auf unserem Rückweg vom Spielplatz sind wir vielen begegnet. Sie gehen spazieren, die Kleinkinder, im Alter unserer Tochter, laufen und juchzen und staunen. Die Männer machen Selfies vor Straßenschildern und es wurde ausnahmslos zurück gelächelt, als wir auf unserem Rad vorbei fuhren.

Wenn ich daran denke, dass unsere Tochter im selben Alter wie diese Kinder ist, oder wenn ich sehe was diese Menschen mitmachen mussten und müssen, dann wird mir schlecht und ich bekomme eine Gänsehaut. Alle von ihnen waren und sind auf der Flucht. Sie liefen wochenlang, gaben ihr ganzes Geld, ihre Zuhause, alle ihre Besitztümer jemandem Fremden für die Reise ins Ungewisse. Für eine Reise auf der viele Menschen bereits gestorben sind. Ohne Wasser oder Nahrung, mit Frauen und Kindern. Dann kamen sie hier oder dort an, wurden hin und her gescheucht wie die Tiere, eingesperrt und / oder mussten auf dem Boden im Freien schlafen. Wochenlang. Und wenn sie es bis Deutschland schaffen, dann warten hier wieder nur provisorische Unterkünfte. Im besten Fall eine, im schlimmsten gleich mehrere. Eine richtige Wohnung, ein Sprachkurs und das Recht auf Arbeit und Schulbildung sind das Ziel, aber oft stoßen sie nur auf Abneigung und Hass. Müssen erneut fliehen und um die Leben ihrer Kinder und sich selbst fürchten, wenn Unterkünfte brennen und Menschenmassen drohen.

Für mich gibt es KEINEN Grund nicht zu helfen!

Wer nicht aktiv mithelfen kann, sollte spenden. Wer auch das nicht kann, sollte seinen Mund auftuen. Denn es sind nicht die Toten, die wir bedauern sollten. Es sind die Lebenden!

Wer mitmachen möchte, hat viele Möglichkeiten. DRK, AWO und Kirche suchen immer nach helfenden Händen!

Wegschauen und Hass nutzen niemandem irgendetwas!

Liebe Grüße
Nicole

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